Interview mit FCA-Spielertrainer Samed Akbaba

Prägende Figur beim FC 07 Albstadt: Spielertrainer Abdussamed Akbaba zieht Bilanz nach dem Abstieg aus der Fußball-Landesliga.

Bild: Wolfgang Weber (Foto Weber, Albstadt).

 

Zeitungsbericht der Tageszeitung Schwarzwälder Bote

FC 07 Albstadt nach Abstieg

Samed Akbaba über die bittere Saison und den Neuanfang

Es war eine Saison, die beim FC 07 Albstadt deutliche Spuren hinterlassen hat. Nach vielen Jahren in der Verbands- und Landesliga steht am Ende der Spielzeit 2025/26 der bittere Abstieg in die Bezirksliga, erstmals seit drei Jahrzehnten.

Mit 29 Punkten aus 30 Spielen und einem Torverhältnis von 35:70 belegte die Mannschaft den 15. Tabellenplatz in der Landesliga, Staffel 3, und muss den bitteren Gang in das Bezirksoberhaus antreten.

 

Akbaba im Zentrum der Aufarbeitung

In einer Saison, die beim FC 07 Albstadt, einem Traditionsverein der Region, deutliche Spuren hinterlassen hat, steht Spielertrainer Abdussamed „Samed“ Akbaba (32) im Mittelpunkt.

 

Zwischen Enttäuschung und Neuanfang

Der in Albstadt-Ebingen lebende Logistikexperte trägt seit 2011 das Trikot des Vereins und gehört längst zu den prägenden Gesichtern der Blau-Weißen. Im Interview spricht er offen über die Enttäuschung des Abstiegs, seiner Doppelrolle zwischen Spielfeld und Trainerbank und darüber, wie die Nullsiebener trotz des Rückschlags den Neuanfang in der Bezirksliga angehen will.

 

Wie fällt Ihr persönliches Fazit zur vergangenen Landesliga-Saison aus?

Ein Abstieg ist immer eine große Enttäuschung. Wir hatten uns deutlich mehr vorgenommen und bis zum Schluss alles investiert, um die Klasse zu halten. Am Ende müssen wir aber anerkennen, dass unsere Leistungen über die gesamte Saison nicht ausgereicht haben. Jetzt geht es darum, die Ursachen ehrlich aufzuarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

 

Was waren aus Ihrer Sicht die Hauptgründe für den Abstieg?

Es gab nicht den einen entscheidenden Grund. Wir hatten immer wieder mit personellen Rückschlägen zu kämpfen, haben zu selten Konstanz in unsere Leistungen gebracht und in entscheidenden Momenten die nötige Effizienz vermissen lassen. In einer ausgeglichenen Liga entscheiden oft Kleinigkeiten und die haben zu häufig gegen uns gesprochen.

 

Gab es einen Zeitpunkt in der Saison, an dem Sie gespürt haben, dass es schwierig wird, die Klasse zu halten?

Ja, insbesondere in der Phase, als wir trotz ordentlicher Auftritte wichtige Spiele nicht gewinnen konnten. Wenn der Ertrag ausbleibt, wächst der Druck automatisch. Irgendwann merkt man, dass jeder Spieltag Endspielcharakter bekommt.

 

Was hat in dieser Saison im Vergleich zu den Vorjahren gefehlt?

Vor allem die Konstanz. Uns ist es zu selten gelungen, über mehrere Wochen hinweg auf einem stabilen Niveau zu spielen. Hinzu kam, dass wir in engen Partien das nötige Spielglück nicht auf unserer Seite hatten.

 

Was war für Sie persönlich der schwierigste Moment dieser Saison?

Der Zeitpunkt, als der Abstieg endgültig feststand. Wenn man über Monate hinweg so viel Zeit, Energie und Herzblut investiert, ist das emotional nur schwer zu verarbeiten.

 

Welche positiven Entwicklungen haben Sie trotz der schwierigen Saison bei Ihrer Mannschaft gesehen?

Die Mannschaft hat trotz aller Rückschläge Charakter bewiesen. Vor allem einige junge Spieler haben wichtige Entwicklungsschritte gemacht und Verantwortung übernommen. Zudem war der Zusammenhalt innerhalb des Teams in schwierigen Phasen bemerkenswert.

 

Wie herausfordernd ist es, gleichzeitig auf dem Platz zu stehen und die Mannschaft zu führen?

Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Einerseits muss man sich auf die eigene Leistung konzentrieren, andererseits immer das große Ganze im Blick behalten. Genau diese Kombination macht die Rolle aber auch besonders reizvoll.

 

Wie groß ist der personelle Umbruch im Sommer?

Es wird Veränderungen geben, das ist nach einer solchen Saison ganz normal. Entscheidend ist, dass wir wieder eine Mannschaft formen, die geschlossen auftritt, füreinander arbeitet und sich mit dem Verein identifiziert. Der Charakter der Spieler wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

 

Was muss sich verändern, damit der FC 07 Albstadt in der Bezirksliga wieder stabil und erfolgreich wird?

Wir müssen wieder mehr Konstanz in unser Spiel bringen und als Mannschaft geschlossen auftreten. Wichtig wird sein, schnell neues Selbstvertrauen aufzubauen und eine klare Identität auf dem Platz zu entwickeln.

 

Was stimmt Sie optimistisch, dass der FC 07 Albstadt in der kommenden Saison wieder erfolgreich sein kann?

Weil ich weiß, welches Potenzial in diesem Verein steckt. Trotz der Enttäuschung spüre ich bei vielen Beteiligten die Bereitschaft, die Situation anzunehmen und neu anzugreifen. Manchmal können Rückschläge auch der Ausgangspunkt für eine positive Entwicklung sein.

 

Welche sportlichen Ziele setzen Sie sich für die kommende Saison?

Wir wollen eine stabile und erfolgreiche Saison spielen und schnell in einen guten Rhythmus finden. Unser Anspruch ist es, im oberen Tabellenbereich mitzuspielen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir uns dafür Woche für Woche alles erarbeiten müssen.

 

Wie schätzen Sie die sportliche Qualität in der Bezirksliga ein?

Die Bezirksliga wird oft unterschätzt. Dort gibt es viele ambitionierte Mannschaften, eine hohe Intensität und zahlreiche unangenehme Gegner. Man bekommt nichts geschenkt und muss sich jeden Punkt hart erarbeiten.

 

Was nehmen Sie aus dieser Spielzeit für Ihre weitere Arbeit als Spielertrainer mit?

Dass man gerade in schwierigen Phasen Ruhe bewahren und gleichzeitig klare Entscheidungen treffen muss. Solche Erfahrungen sind schmerzhaft, können einen aber auch persönlich und sportlich weiterbringen.

 

Was möchten Sie den Fans und dem Umfeld nach dieser schwierigen Saison sagen?

Vor allem möchte ich Danke sagen. Ich weiß, wie groß die Enttäuschung im Umfeld ist, die teilen wir innerhalb der Mannschaft. Umso wichtiger ist jetzt der Zusammenhalt. Wir werden alles dafür tun, das Vertrauen zurückzuzahlen und den Menschen wieder Freude am FC 07 Albstadt zu bereiten.

 

Interview: Giovanni De Nitto (Schwarzwälder Bote, Sportredaktion).